382
Linha de Sintra
Das portugiesische Neuschwanstein: Palácio da Pena
Linha de Sintra
Grüne Gebirgszüge, ländliche Idylle, monotone Schlafstädte – die Linha de
Sintra überrascht mit ihren Kontrasten und zahlreichen Sehenswürdigkeiten, darunter drei ehemalige Königsschlösser. Spektakulär auch die Natur:
Hier an Sintras Küste findet Europa an den Felsenklippen des Cabo da Roca
sein westliches Ende.
Entlang der Eisenbahnlinie Linha de Sintra liegen die Schlafstädte Lissabons
(dormitórios). Direkt an die Hauptstadt grenzt Amadora mit seinen über 175.000
Einwohnern – nach Lissabon und Porto rein rechnerisch die drittgrößte Stadt Portugals. Amadora besteht aus einer Ansammlung trister Wohnblocks und hat sich
im 20. Jh. stürmisch entwickelt: Von 1920 bis 1990 erhöhte sich die Einwohnerzahl
um das 40-fache von 4000 auf 160.000.
Linha
Am Fuß des grünen Gebirges der Serra de Sintra erstrecken sich die Altstadt, Pa- Linha
de de
läste und Schlösser von Sintra – ein wohltuender Kontrast zu den Betonvororten. SintraSintra
In der Gegend um Colares weiter westlich wird noch viel Landwirtschaft und
Weinbau betrieben. Zwar haben sich auch hier schon viele Einfamilienhäuser breit
gemacht, deren Bewohner regelmäßig nach Lissabon pendeln, aber Mietskasernen
gibt es dort glücklicherweise nicht.
Erschlossen wird die Linha de Sintra durch die Eisenbahnlinie Lissabon/Rossio–Sintra und
die dazu parallel verlaufende Autobahn IC 19.
Linha de Sintra → Karte S. 384/385
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Linha
de Sintra
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Linha de Sintra
Queluz
26.200 Einwohner
Auf halbem Weg zwischen Lissabon und Sintra liegt Queluz. Eigentlich eine
der wenig einladenden Schlafstädte Lissabons, bietet Queluz aber das
prächtige Rokoko-Königsschloss Queluz, das man sich keinesfalls entgehen
lassen sollte, und die Pulverfabrik in Barcarena, ein einzigartiges Relikt der
Industriegeschichte.
„Portugals Klein-Versailles“ wird das Schloss von Queluz gerne genannt. Obwohl
solche Vergleiche oft hinken, in diesem Fall passt er: Prunk und Klunker, eigens aus
der ganzen Welt zusammengetragen, blenden den Besucher, und wohl zu Recht
heißt Queluz in der Übersetzung: „Welch ein Glanz!“. Zwar sind die Zeiten, in denen sich die Könige und Königinnen Portugals hier inmitten weiter grüner Wiesen
und absoluter Ruhe in ihrer Sommer-Residenz erholt haben vorbei – der Schlosspark wird inzwischen von Wohnblocks und der Autobahn Lissabon–Sintra umgeben. Dennoch bleibt der Palast mit seiner Rokoko-Architektur äußerst sehenswert.
ĒVerbindungen
Bahn Ab Lissabon/Rossio (♦ Restauradores): Mo-Fr alle 15 Min., Sa/So alle
30 Min. zum Bahnhof Queluz-Belas. Fahrzeit 16 Min. Preis 1,55 €.
Ab Lissabon/Oriente (♦ Oriente), Entrecampos (♦ Entrecampos) und Sete Rios
(♦ Jardim Zoológico): Mo–Fr alle 15 Min.,
Sa/So alle 30 Min. Fahrzeit 26 Min. ab
Oriente, 16 Min. ab Entrecampos und
14 Min. ab Sete Rios.
Nach Sintra: Mo–Fr alle 15 Min., Sa/So alle
30 Min. Fahrzeit 23 Min.
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Sa
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Linha de Sintra → Karte S. 384/385
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384
Linha de Sintra
Bus Alle Busse halten im Zentrum an der
Haltestelle Quatro Caminhos in der Avenida
Elias Garcia.
Assafora
Praia da Samarra
Ab Oeiras und Carcavelos Praia: Bus 106
der Lisboa Transportes (LT) – Vimeca Mo–
Fr alle 40 Min., Sa/So stündlich. Fahrzeit
30 Min.
ĔÜbernachten/Essen
Catrivana
Tojeira
→ Karte S. 387
Hotels Pousada Dona Maria I 2, direkt
gegenüber dem Palast von Queluz im
ehemaligen Gebäude der königlichen Palastwache. Ein vollkommen renovierter Bau
aus dem 18. Jh. Schöner Frühstücksraum
und helle Bar in der Nähe der Rezeption.
Im Untergeschoss befindet sich ein kleines
Theater. Alles wirkt etwas kühl, aber stilvoll.
22 geräumige Zimmer und 2 Suiten. Teilweise ist die mittelstark befahrene Straße
vor der Tür zu hören. TV, Minibar, Klimaanlage und Marmorbadezimmer. WLAN in
der Lobby kostenlos. Im oberen Geschoss
sind die Zimmer nicht ganz so hoch, haben
dafür aber Blick auf den Palast. Auf der
anderen Seite des Hofes befindet sich das
zugehörige Luxusrestaurant Cozinha Velha.
DZ mit Frühstück je nach Saison ab 145–
174 €. Largo do Palácio Nacional de Queluz,
¢ 214356158, www.pousadas.pt.
Restaurants
Retiro da Mina 1, Mo
abends und Di geschlossen. An der Straße
vom Zentrum aus etwa 150 m vor dem Palast. Drei fensterlose Speisesäle, sehr eng
bestuhlt und von Einheimischen gut besucht. Reichhaltige Portionen portugiesischer Küche. Wände und Böden gekachelt.
Hauptgerichte ab 7,50 €. Av. da República,
10, ¢ 214352978.
Palácio Nacional de Queluz
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Queluz ist ein Schloss kühnster Träume:
Florentiner Marmor, französische Möbelantiquitäten, glitzernde Kronleuchter, zahllose Spiegel, brasilianisches Jacarandaholz. Nach den prunkvollen Festsälen betritt man die einzelnen Gemächer. Besonders beachten sollte man den Azulejo-Korridor mit bunten, asiatischen Szenen
aus den Jahren 1764 und 1784 sowie den Botschaftersaal mit einem Marmorboden
im Schachbrettmuster und chinesischen Vasen. Das Zimmer des Königs, die Sala
Dom Quixote, wirkt trotz seines rechtwinkligen Grundrisses durch die Anordnung
der Säulen und der Decke überraschenderweise rund.
Die Bauarbeiten begannen ab 1747 und zogen sich bis Ende des Jh. hin. Für die ursprüngliche Planung verantwortlich zeichnete Mateus Vicente de Oliveira, ein Schü-
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Palácio Nacional de Queluz
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Lissabon
ler des deutschen Architekten und Konstrukteurs des Palastes von Mafra Ludovice.
Nach ihrer Hochzeit mit Dom Pedro 1760 ließ die Königin Maria I. Queluz durch
den französischen Architekten Jean-Baptiste Robillion zur Sommerresidenz ausbauen
und großzügige Gärten anlegen. Die Königin selbst verfiel hier später der Schwermut.
1794 verlegte man den Sitz des Königshauses ganz nach Queluz, da die königliche
Holzbaracke im Lissabonner Stadtteil Ajuda (Real Barraca da Ajuda), Zufluchtsort
der Könige nach dem Erdbeben von 1755 und Vorläuferin des heutigen Palácio da
Ajuda, abgebrannt war. Heute dient der Palast für ausgesuchte Staatsbankette und
als Residenz für ausländische Staatsgäste der portugiesischen Republik.
Linha de Sintra → Karte S. 384/385
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Granja do
Marquês
Várzea
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Ribeira
de Sintra
Museu do Ar
386
Linha de Sintra
Der große, entzückende Garten wurde im Stil von Versailles angelegt; dort f inden
sich zahlreiche Steinstatuen und reich verzierte Brunnen. Besonders beachtenswert
ist der mit Azulejos geschmückte Kanal im hinteren Teil des Gartens. Hier f inden
sich auch schöne Parkbänke.
Einen kleinen Eindruck des höf ischen Lebens kann man bei gutem Wetter von Mai
bis Oktober jeden Mittwoch um 11 Uhr in den Palastgärten erhaschen. Dann präsentieren die Dressurreiter der portugiesischen Staatsreitschule Escola Portuguesa
de Arte Equestre eine halbe Stunde lang ihre Künste.
Tägl. 9–18 Uhr. Einlass bis 30 Min. vor
Schluss. Eintritt Palast und Garten 9,50 €,
nur Garten 4,50 €, in der Nebensaison, mit
Cartão Jovem, unter 18 J. und über 65 J ca.
10–20 % Ermäßigung, bis 5 J. frei. Wer die
Reitvorstellung am Mi von einem Sitzplatz
aus verfolgen möchte, zahlt 6 € Zuschlag
(unter 18 J. 50% Ermäßigung, bis 6 J. frei).
¢ 219237300, www.parquesdesintra.pt.
Fábrica da Pólvora de Barcarena (Schwarzpulverfabrik)
In Barcarena, südwestlich von Queluz und bereits zum Kreis Oeiras gehörend, stößt
man auf die faszinierenden Reste der königlichen Schwarzpulverfabrik Real Fábrica
da Pólvora. Bereits im Jahr 1729 begann sie mit der Fabrikation und blieb bis ins Jahr
1988 in Betrieb – damit gehört sie zu den ältesten, noch erhaltenen Fabriken in
Portugal. Die Ursprünge der Pulver- und Waffenherstellung an diesem Ort reichen
jedoch noch weiter zurück bis in das 15. Jh., als die Expansion nach Übersee einen
deutlich höheren Verbrauch an Pulver verursachte. Schließlich mussten die Völker
Amerikas, Afrikas und Asiens teilweise
erst einmal von ihrem „Glück“ überDie Ribeira de Barcarena an der
zeugt werden. Außerdem hatten andere
Fábrica da Pólvora de Barcarena
Kolonialmächte Appetit auf das ausgedehnte Netz portugiesischer Handelsposten bekommen, die es unter dem
Einsatz von Waffengewalt schützen galt.
Ein schönes Azulejobild zeigt links vom
Eingang der Fabrik die Verschiffung von
Pulverfässern nach Goa und Damão in
Portugiesisch Indien.
Heute informiert das sehenswerte Pulvermuseum Museu da Pólvora Negra
über die Geschichte des Schwarzpulvers
und der Pulverfabrik. Gezeigt wird, wie
man das durch die Chinesen im 8. Jh.
erfundene Schwarzpulver aus Schwefel,
Salpeter und Kohle herstellte. Untergebracht ist das Museum übrigens im
ehemaligen Mühlenraum. Diese Mühlen wurden durch große Wasserräder
angetrieben, die noch hinter dem Museum zu sehen sind.
Auch außerhalb des Museums ist auf
dem weitläuf igen Gelände noch viel
von den alten Fabrikanlagen zu sehen.
Vom Uhrenturm rechts neben dem Ein-
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Pólvora de
Barcarena
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gang ließ die Firmenleitung die Arbeitszeit ihrer bis zu 160 Beschäftigten kontrollieren. Die Direktoren selbst hatten nebenan ihre Unterkunft. Beim Spaziergang
entlang des Baches, der Ribeira de Barcarena, der das Gelände durchzieht, entdeckt
man den Platz Praça do Sol, auf dem man anfangs das Pulver trocknen ließ. Später
benutzte man den benachbarten Pátio do Enxugo zum Trocknen, der an seinen
Springbrunnen gut zu erkennen ist und heute als Amphitheater dient. Die Galerie
oben bietet den besten Überblick auf das ehemalige Firmengelände.
Wer genau hinschaut, entdeckt, dass viele Gebäude dicke Wände aber nur dünne
Decken haben. Das sollte die Wucht bei Explosionen nach oben ableiten und ein
Übergreifen auf andere Gebäude verhindern. Dazu hat man auch die Bauten über
das ganze Gelände verstreut und nicht direkt nebeneinander gebaut. Dennoch
kam es in der Geschichte der Fabrik mehrmals zu verheerenden Unglücken: 1805
starben 30 Arbeiter; der letzte, tödliche Unfall ereignete sich 1972, als das Dampfmaschinenhaus Oficinas a Vapor in die Luft flog und sechs Arbeiter tötete. Wer
sich ein Bild über die Wucht der Explosion machen möchte, kann die Ruinen der
nie wieder aufgebauten Gebäude im Südteil des Geländes besuchen.
Linha de Sintra → Karte S. 384/385
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387
Lissabon
Lissabon
388
Linha de Sintra
Noch weiter südlich stehen die alten Pulver-Mühlen im Edifício das Galgas mit ihren stählernen Zahnrädern. Vier schwere Krupp-Mahlräder aus Magdeburg haben
das Pulver fein zerquetscht. Angetrieben wurden sie durch ein Wasserkraftwerk aus
dem Jahr 1925 – bei Wasserknappheit konnte auch eine Dieselturbine zugeschaltet
werden. Der Fluss diente aber nicht nur als Energiequelle, so hatte man bei Bränden sofort Wasser zur Hand, um zu löschen.
Anfahrt/Öffnungszeiten Mit dem Zug
der Linha de Sintra bis zur Station Massamá-Barcarena. Den Bahnhof Richtung Süden verlassen, über die Av. Aurora unter
der Autobahn hindurch in die Av. Infante
Dom Henrique, geradeaus weiter über die
Av. Infante Dom Henrique, dann nach
rechts in die Av. Santo António de Tercena
und erneut nach rechts in die Estrada das
Fontainhas (ausgeschildert). Insgesamt sind
es ca. 1,5 km. Wer mit dem Auto kommt,
fährt am besten über die Autobahn A 5
Sintra
nach Cascais und nimmt die Ausfahrt Porto
Salvo/Cacém. Der Schnellstraße bis zum
Taguspark folgen, dann ist der weitere, kurvige Weg ausgeschildert.
Museum: tägl. (außer Mo) 10–13 und 14–17
Uhr, Mai–Sept. bis 18 Uhr. Letzter Einlass
30 Min. vor Schluss. Eintritt 2 €, unter 25 J.
50 % Ermäßigung, bis 16 und ab 65 J. frei.
So generell frei. Das Gelände selbst ist
tägl. 9–18 Uhr, im Sommer 9–21 Uhr
kostenlos zu besichtigen. ¢ 210977422/3/4,
www.cm-oeiras.pt.
29.600 Einwohner
Das 20 km nordwestlich von Lissabon gelegene Sintra ist der sehenswerteste Ort in der Umgebung der portugiesischen Hauptstadt und sollte in
keinem Besuchsprogramm fehlen. Besonders sehenswert sind die Altstadt,
die Maurenburg sowie die beiden Königspaläste Palácio Nacional de Sintra
und Palácio Nacional da Pena.
Um den Königspalast Palácio Nacional, das Herzstück der Stadt, sind zahlreiche Paläste zu sehen. Besonders eindrucksvolle Bauten stehen entlang der Estrada de Monserrate, die am Rande der Serra de Sintra nach Colares führt: Direkt hinter dem Ortsausgang von Sintra liegt der neomanuelinische Palácio da Regaleira, der zusammen
mit seinen mysteriösen Gartenanlagen besichtigt werden kann (s. u.). Gegenüber
stechen die pseudo-maurischen Rundbögen des Palácio da Quinta do Relógio, der
auffällig mit rot-weißen Querstreifen bemalt ist, ins Auge (s. u.). Etwa 250 m darauf
folgt der Palácio de Seteais auf der rechten Straßenseite, heute ein Luxushotel. Etwa
4 km nach Sintra erreicht man dann die wunderschönen Gärten des Palácio de
Monserrate, die ausführlicher unter „Serra de Sintra“ (→ S. 406) beschrieben sind.
Das prunkvoll neo-manuelinisch ausgestattete Rathaus, die Câmara Municipal de
Sintra, aus dem Jahr 1908 erinnert am Beginn der Volta do Duche eher an einen Palast aus vergangenen Jahrhunderten als an ein modernes Verwaltungsgebäude.
Weithin sichtbar ist die Spitze des schönen Rathaus-Turms, gekrönt von einer
Sphärenkugel, einem der Wahrzeichen der portugiesischen Nation.
Tipp: Wenn Sie nach Sintra fahren, sollten Sie an feste Schuhe denken, da
viele Anstiege zu bewältigen sind. Ebenso empfiehlt es sich auch im Hochsommer eine Windjacke mitzunehmen, da es vor allem in der Serra de Sintra
zu jeder Jahreszeit kühl, windig oder neblig werden kann. Mit der geeigneten
Kleidung sollte dies aber kein Hinderungsgrund für einen Besuch sein, dann
wirkt Sintra nur noch romantischer und geheimnisvoller.
Sintra
Sintra
Im 19. Jh. entdeckten die Romantiker
Sintra für sich, darunter bekannte
Schriftsteller wie Lord Byron. Auch
heute noch zieht das romantische Ambiente in und um Sintra viele Künstler
an. Anstelle der Aristokraten leben
heutzutage vor allem reiche Industriellen- und Bankiersfamilien in den
prächtigen Palästen an den Berghängen Sintras. Auch unter Ausländern
erfreut sich die Stadt großer Beliebtheit, und so drängen sich besonders an
Sommer-Wochenenden große Touristenscharen durch Sintras Altstadt. Seit
1996 ist diese in ihrer Gesamtheit
UNESCO-Weltkulturerbe.
Da der Kreis Sintra neben der Kernstadt alle Orte an der Linha de Sintra
außer Amadora umfasst, kommt er auf
insgesamt 380.000 Bewohner und ist
damit nach Lissabon und noch vor Vila
Nova de Gaia und Porto der portugiesische Kreis mit den zweitmeisten
Einwohnern.
Linha de Sintra → Karte S. 384/385
Geschichte: Zu größerer Bedeutung
kam der Ort erst unter den Mauren, die
zwei Burgen an der Stelle des heutigen
Palácio Nacional und in der Serra de
Sintra errichteten. Den entscheidenden
Entwicklungsschub bekam Sintra, das
man früher auch als Monte da Lua
(Mondberg) bezeichnete, aber erst unter
König Dom Dinis (1279–1325). Er ließ
den Palácio Nacional zur königlichen
Sommerresidenz ausbauen. Mit dem
Ende der Dynastie Aviz und dem Beginn
der spanischen Herrschaft im Jahr 1580
war dann auch Sintras Ära als Sommerresidenz vorbei. Später übernahm Queluz diese Funktion. 1839 ließ Dom Fernando II. aber auf einem der Gipfel der
Serra de Sintra an der Stelle eines Bergklosters eine neue Königsresidenz errichten, den Palácio da Pena – der Hof kehrte
nach Sintra zurück. Dem Königshof
folgten viele Aristokraten in die Stadt,
um hier ihre eigenen Paläste zu errichten.
Sie zogen es vor, dem heißen Sommer
Lissabons ins kühle Sintra zu entfliehen.
389
Linha de Sintra
ĔInformation/Diverses
12 Café Saudade
13 Fábrica das Verdadeiras
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5 Casa Miradouro
6 Casa do Valle
7 Nice Way Sintra Palace
Hostel
8 Sintra Bliss House
9 Casa de Hóspedes
Monte da Lua
14 Hotel Tivoli Palácio de
Seteais
17 Lawrence's Hotel
18 Áquamel
19 Villa Mira Longa
20 Quinta de São Thiago
21 Hotel Sintra Jardim
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Bus Die meisten Busse unterhält die Gesellschaft ScottURB (www.scotturb.com).
Auskünfte über ScottURB gegenüber vom
Ausgang des Bahnhofs Sintra in der Av.
Miguel Bombarda, 59. Weiterer Infokiosk
vor dem Bahnhof Portela de Sintra.
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(♦ Entrecampos)
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(♦ Jardim Zoológico) mit Umsteigen in
Monte Abraão. Fahrzeit ca. 43 Min. ab Entrecampos.
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Bahn Der Bahnhof Sintra befindet sich
im Stadtteil Estefânia; von dort erreicht
man die Altstadt in ca. 10 Min. zu Fuß. Ein
zweiter Bahnhof, Portela de Sintra, liegt
ca. 10 Gehmin. entfernt in der Neustadt.
Von dort fahren auch die meisten Busse
ins Umland ab.
Von Lissabon/Rossio (♦ Restauradores):
alle 15 Min., abends und Sa/So alle 30 Min.
Fahrzeit 39 Min. Preis 2,15 €.
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ĔVerbindungen
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Jedes Jahr im Sommer findet das SintraFestival mit hochkarätig besetzten
Klassik-Konzerten und Ballett-Nächten statt.
Centro Ciência Viva
de Sintra
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Veranstaltungen Bezirksfeiertag ist am
29. Juni mit der Festa de São Pedro und
einem großen Markt. Dann haben alle Paläste und Museen geschlossen.
2 Curral dos Caprinos
3 Restaurante Pastelaria
Tirol de Sintra
10 Restaurante Regional de
Sintra
11 Apeadeiro
16 Restaurante Tulhas
23 Lugar dos Sabores
do
Post Praça Dom Afonso Henriques, 7.
Ribeira de
Sintra
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Markt Jeden 2. und 4. So im Monat 9–18,
im Sommer 8–19 Uhr großer Straßenmarkt
Feira de São Pedro im Stadtteil São Pedro
de Sintra. Die Bauern und Händler reisen
von weit her an, um hier Lebensmittel,
Tiere, Antiquitäten, Kleidung und Trödel zu
verkaufen. Interessante Atmosphäre und
günstige Preise.
ssen & Trinken
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Information Es gibt zwei Turismos. Der
erste im Bahnhof Sintra, tägl. 10–12.30 und
14.30–18 Uhr, ♠ 211932545. Der zweite
Turismo im Zentrum der Altstadt, Praça da
República, 23, tägl. 9.30–18 Uhr (im Aug.
bis 19 Uhr). ¢ 219231157. Hier ist ein kostenloser Stadtplan erhältlich, außerdem
bekommt man Hinweise zu Unterkünften
und Veranstaltungen. Ebenso Auskünfte
zu den anderen Orten der Linha de Sintra.
www.cm-sintra.pt.
Várzea
Várzea
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de Sintra
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390
Portão dos Lagos
Nach Azenhas do Mar: Busse 441 und 440
ab Bahnhof Portela de Sintra. Bus 441 via
Colares, Praia das Maçãs und Praia Grande Mo–Fr 18-mal, Sa/So 10-mal (im Sommer häufiger), Endstation ist teilweise
Fontanelas. Fahrzeit 18 Min. Bus 440 via
Janas Mo–Fr 7-mal, Sa 4-mal, So 3-mal
tägl. Fahrzeit 27 Min.
Zum Cabo da Roca: ab Bahnhof Sintra
Bus 403 tägl. stündlich (Richtung Cascais).
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Nach Cascais (via Colares, Almoçageme,
Azóia, Cabo da Roca und Malveira da
Serra): Bus 403 tägl. stündlich. Abfahrt nur
am Bahnhof Sintra. Fahrzeit 60 Min.
ou
Morgens und abends fahren einige Busse
der Linie 403 allerdings nur bis Azóia und
nicht direkt ans Kap. Fahrzeit 25 Min. Nur in
den Sommermonaten fährt ebenfalls ab Bahnhof Sintra zusätzlich der Expressbus 503 tägl.
6-mal mit Stopp in Colares ans Cabo da Roca.
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Largo R . 1
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Nach Cascais (via Alcabideche): Bus 417
tägl. stündlich ab Bahnhof Sintra und Bahnhof Portela de Sintra. Schnellere und preisgünstigere, aber weniger schöne Strecke
nach Cascais als via Azóia. Fahrzeit 30 Min.
Nach Ericeira: Mit der Busgesellschaft
Mafrense ab Bahnhof Portela de Sintra
Mo–Fr stündlich, Sa/So alle 2 Stunden.
Fahrzeit 50 Min.
Linha de Sintra → Karte S. 384/385
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Linha de Sintra - Michael Müller Verlag