20.12.2012
Vorlesung Allgemeine Zoologie
Arthropoda
Manfred Ayasse
Experimentelle Ökologie der Tiere
(Bio III)
Arthropoda (Gliederfüßler)
• artenreichstes Phyllum des Tierreichs
(1,4 Mill. Arten, ¾ aller Tierarten)
• Körperlänge bis 60 cm
• größter Vertreter Japanische
Riesenkrabbe bis 4m (Macrocheira)
• kleinste Art Haarbalgmilbe 0,1mm
(Demodex)
1
20.12.2012
Arthropoda (Gliederfüßler)
• konkurrenzlos hinsichtlich Diversität
ihrer ökologischen Verbreitung
• kommen in allen Gebieten der
irdischen Biosphäre vor (Meer, Land,
Luft)
• verbreiten Krankheiten, bestäuben
Nutzpflanzen, wichtige
Nahrungsgrundlage (Honig), liefern
pharmazeutische Wirkstoffe, Seide
usw.
Arthropoda (Gliederfüßler)
Trilobita (Trilobiten, Kambrium) †
15000 Arten
Tardigrada (Bärtierchen)
700 Arten
Onychophora (Stummelfüßler)
160 Arten
Chelicerata (Fühlerlose)
100000 Arten
Merostomata (Schwertschwänze)
Arachnida (Spinnentiere)
Crustacea (Krebse)
75000 Arten
Myriapoda (Tausendfüßer)
20000 Arten
Insecta (=Hexapoda) (Insekten)
>1000000 Arten
2
20.12.2012
System Arthropoda
Proarthropoda (ohne gegliederte
Extremitäten)
• Onychophora: Stummelfüßer
• Tardigrada:
Bärtierchen
•
•
•
•
Euarthropoda
„Chelicerata“:
Crustacea:
Myriapoda:
Insecta:
spinnenartige Tiere
Krebstiere
Hundert- und Tausendfüßer
Hexapoda, Insekten, Kerbtiere
Stammbaum Arthropoda
Proarthropoda
Hypothetisch!
basierend auf
molekularen
Daten
Weichtiere
Ringelwürmer
Plattwürmer
xxxxxxxxxxxxxxxxxxx
3
20.12.2012
Merkmale Arthropoda
•Exoskelett: Kutikula aus Chitin und Protein
mit zahlreichen Häutungen während der
Ontogenese
•es findet Kopfbildung statt (Cephalisation)
•heteronome Segmentierung und
Tagmatabildung bei Euarthropoda erlauben
effizientere Lokomotion
•Mixocoel und offenes Blutgefäßsystem, keine
Trennung von Blut und
Leibeshöhlenflüssigkeit
•Gegliederte Extremitäten (Arthropodien,
Euarthropoda)
•hoch entwickelte Sinnesorgane, komplexes
Verhalten
Merkmale Arthropoda
•Atmung über die Körperoberfläche, Kiemen,
Tracheen und Buchlungen
•Exkretion Metanephridien (coxale,
antennale oder maxilare Drüsen),
Malpighi‘sche Röhren (terr. Arthropoden)
•Stickleiternervensystem
•Fortpflanzung: Geschlechter meist getrennt,
paarige Fortpflanzungsorgane, oft mit
Metamorphose (Vorteil?)
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20.12.2012
Arthropodien (Gliederextremitäten)
• Bei Euarthropoda gegliederte
Extremitäten (nicht bei
Proarthropoda)
• Umbildung der Extremitäten:
Sinnesorgane (Antennen),
Mundwerkzeuge (Mandibeln,
Maxillen, Maxillipedien,
Cheliceren, Pedipalpen),
Lokomotionsorgane
(Schwimm- und Laufbeine),
Begattungsapparate
Umbildung Extremitäten
komplexe Begattungsapparate
Mundwerkzeuge:
stechend, saugend,
beissend
Vordergliedmassen:
Fangbeine, Grabschaufeln...
5
20.12.2012
Aufbau der Kutikula
• Arthropoden sind umhüllt von
einer dreischichtigen Kutikula
(Epikutikula, Exokutikula,
Endokutikula)
• Ermöglichte Landleben
• aus Chitin-Protein-Komplexen,
die von der darunterliegenden
Epidermis abgeschieden werden
• Funktion: Schutz,
Feuchtigkeitsverlust wird
verhindert durch Wachsschicht
• kleidet auch Tracheen und
ektodermale Darmabschnitte
aus
Aufbau der Kutikula
• Exoskelett und damit
Muskulaturansatzstelle besteht
aus vier Platten:
• ventral: Sternit
• dorsal: Tergit
• lateral: Pleurit
• Intersegmentalhäute
• der Panzer ist nicht dehnbar,
eine Flächenzunahme ist also
nur durch Häutung zu erreichen.
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20.12.2012
Aufbau Kutikula Arthropoda
• Epikutikula: dünn, mit
Wachsschicht
• Prokutikula:
• Exokutikula: Proteinmatrix,
hart, nicht wasserlöslich
durch Chinongerbung
• Endokutikula:
Chitin+Proteine, elastisch,
wasserlöslich
Ecdysis (Häutung) Kutikula
7
20.12.2012
Cephalisation (Kopfbildung)
• Während der Stammesgeschichte der
Arthropoden in mehreren Schritten
abgelaufen
• zunächst Zusammenschluß von Ganglien im
Kopfbereich (Cephalon)
• Zusammenschluß von Rumpfsegmenten mit
primärem Kopf
• Weitere Zentralisierung von Ganglienmassen
(siehe z. B. Ober- und Unterschlundganglien), 3 Rumpfsegmente bilden
Unterschlundganglion
Entstehung von Kopf und
Gehirn bei Eurarthropoda
Acron (Prostomium)
Facettenauge
1. S
2. S
3. S
Unterschlund
- ganglion
Hypothetische Stammart
hypothetische
Zwischenform
Mandibel
und
Maxillen
Euarthropodenkopf
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20.12.2012
Homologisierung Kopfteile,
Extremitäten und Gehirnteile
der Arthropoda
Mixocoel mit offenem Blutgefäßsystem
• embryonal werden Coelomsäckchen angelegt, lösen
sich später auf
• Verschmelzung primäre und sekundäre Leibeshöhle
(=Mixocoel oder Hämocoel)
• offenes Blutgefäßsystem mit dorsalem Herzschlauch
Insekt:
frühes
spätes Entwicklungsstadium
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20.12.2012
Segmentierung
• Körper ursprünglich aus
gleichartigen Segmenten
aufgebaut (= homonome
Segmentierung)
• sekundär werden einzelne
Segmente unterschiedlich
gestaltet (= heteronome
Segmentierung) und zu
verschiedenen
Körperabschnitten (= Tagmata)
zusammengefasst
Exkretion
• Primär Metanephridien, segmental
angelegt (z.B. Onychophoren)
• Bei Euarthropoden auf wenige
Segmente beschränkt
• Crustacea (Antennendrüsen,
Maxillardrüsen)
• Chelicerata (Coxaldrüsen)
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20.12.2012
Exkretion
• terrestrische Arthropoden häufig
mit Malpighi‘schen Schläuchen
• schlauchartige Ausstülpungen
des Verdauungstraktes zw.
Mittel- und Enddarm
• Hämolymphe mit Abfallstoffen
dringt in Malpighi-Gefäße ein,
das Wasser wird im Enddarm
wieder reabsorbiert
• Ausscheidung v. Harnsäure mit
dem Kot
Atmung Arthropoda
• Atmung wasserlebender
Formen: Haut, kleine
Kiemen
• terrestrische Arthropoden:
nach innen verlagerte
Kiemenanhänge,
Fächerlungen;
• Landasseln: Einstülpung
der Exopodien zu
Pleopodenlungen
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20.12.2012
Atmung Arthropoda
• Terrestrische Arthropoden mit Tracheen:
röhrenförmige Einstülpungen der
Körperoberfläche
Fortpflanzung Arthropoda
• meist
getrenntgeschlechtlich
• Geschlechtsdimorphismus
• meistens innere
Befruchtung
• Parthenogenese (z.B.
Blattläuse)
12
20.12.2012
System Arthropoda
Proarthropoda
• Onychophora: Stummelfüßer
• Tardigrada:
Bärtierchen
•
•
•
•
Euarthropoda
„Chelicerata“:
Crustacea:
Myriapoda:
Insecta:
spinnenartige Tiere
Krebstiere
Hundert- und Tausendfüßer
Hexapoda, Insekten, Kerbtiere
Onychophora (Stummelfüßer)
Foto: H. Bellmann
Peripatus
13
20.12.2012
Onychophora (Stummelfüßer)
• ca. 160 rezente Arten, terrestrisch
• nachtaktiv, mangelhafter
Verdunstungsschutz, daher oft
tropisch (hohe Luftfeuchtigkeit)
• homonome Gliederung,
wurmförmiger Körper
• 1 Paar Laufbeine pro Segment
(Oncopodien)
• Oralpapillen mit großen Wehrdrüsen
(Sekrete können 1m weit
geschleudert werden)
• NS: Oberschlundganglion und
Strickleiternervensystem
Onychophora (Stummelfüßer)
•
•
•
•
sek. geringelte Körperdecke, elastische Cuticula enthält Chitin
Hautmuskelschlauch, Muskulatur nicht segmental gegliedert
Mixocoel, Herz rohrförmig, keine Venen und Arterien
getrenntgeschlechtlich, oft vivipar
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20.12.2012
Anatomie eines weiblichen
Onychophora
• Übergang von Anneliden zu Euarthropoden, Mosaik
verschiedener Merkmale
• Anneliden: hom. Segementierung, segm Metanephridien,
Hautmuskelschlauch
• Arthropoden: Kutikula, offenes Blutgefäßsystem
Beutefang Onychophora
Beute (hier: Grille) wird mit klebrigem Wehrsekret
festgeleimt und später extraintestinal verdaut
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20.12.2012
Tardigrada (Bärtierchen)
• ca. 600 Arten
• sehr kleine, meist um 1 mm
große aquatische Metazoen
mit direkter Entwicklung
• feuchte Lebensräume:
Moospolster, Laub (ca. 5200 Individuen/cm2)
Tardigrada (Bärtierchen)
• walzenförmiger Körper: Kopf
und vier Rumpfsegmente, 8
paarige Laufbeine mit Zehen,
Krallen und Krallendrüsen
• Kutikula aus gegerbten
Proteinen und Lipiden,
Häutungen
• Mundröhre mit Stilett zum
Anstechen von Algen,
Moosblättchen, Rotatorien,
Nematoden
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20.12.2012
Tardigrada (Bärtierchen)
• meist getrenntgeschlechtlich
• oft Parthenogenese
• von einigen Arten sind keine
Männchen bekannt
• Dauerstadien! (Kryptobiose),
Stoffwechsel komplett
reduziert, widrige
Umweltbedingungen können
überdauert werden (Temp.
+149˚C bis -272 ˚C, Alkohol)
Tardigrada (Bärtierchen)
“Herumturnen” von Bärtierchen an einem Grashalm
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20.12.2012
Verdauungssystem Tardigrada
After
Exkretion Tardigrada
After
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20.12.2012
Nervensystem Tardigrada
After
Fortpflanzung Tardigrada
After
19
20.12.2012
System Arthropoda
Proarthropoda
• Onychophora: Stummelfüßer
• Tardigrada:
Bärtierchen
•
•
•
•
Euarthropoda
„Chelicerata“:
Crustacea:
Myriapoda:
Insecta:
spinnenartige Tiere
Krebstiere
Hundert- und Tausendfüßer
Hexapoda, Insekten, Kerbtiere
Grundmerkmale der
Euarthropoda
(“eigentliche” Arthropoda (Gliederfüßer))
• Ausbildung eines Plattenskeletts mit Auflösung des
Hautmuskelschlauchs
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20.12.2012
Euarthropoda
• Zusammensetzung Plattenskelett aus
dorsaler Platte (Tergum, Tergit), ventrale
Platte (Sternum, Sternit) und an den Seiten
weiche Pleura mit Einlagerung von festen
Pleuriten
Grundmerkmale der
Euarthropoda
• Ausbildung eines Plattenskeletts mit Auflösung des
Hautmuskelschlauchs
• Gliederextremitäten in Form von Spaltbeinen
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20.12.2012
Spaltbein Euarthropoda
• Gliederextremitäten:
Spaltbein
• Protopodit (Grundelement)
• Exopodit (Schwimmen und
Atmen)
• Endopodit (Schreitbein u.
Nahrungsaufnahme)
Grundmerkmale der
Euarthropoda
• Ausbildung eines Plattenskeletts mit Auflösung des
Hautmuskelschlauchs
• Gliederextremitäten in Form von Spaltbeinen
• 1 Paar Facettenaugen
• 4 Medianaugen
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20.12.2012
Sinnesorgane Euarthropoda
• 1 Paar laterale Facettenaugen
aus einzellnen oder bis zu
20 000 Einzelaugen
(Ommatidien) und primär vier
Medianaugen
• Sinnesborsten am ganzen Körper
Grundmerkmale der
Euarthropoda
• Ausbildung eines Plattenskeletts mit Auflösung des
Hautmuskelschlauchs
• Gliederextremitäten in Form von Spaltbeinen
• 1 Paar Facettenaugen
• 4 Medianaugen
• Cephalon aus Acron und primär wahrscheinlich 5
Segmenten, später wird noch 6. Segment
angeschmolzen
• Nephridien in 4 Kopf- und 2 Rumpfsegmenten zu finden
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20.12.2012
Arthropoda (Gliederfüßler)
Trilobita (Trilobiten) †
15000 Arten
Tardigrada (Bärtierchen)
700 Arten
Onychophora (Stummelfüßler)
160 Arten
Chelicerata (Fühlerlose)
100000 Arten
Merostomata (Schwertschwänze)
Arachnida (Spinnentiere)
Crustacea (Krebse)
75000 Arten
Myriapoda (Tausendfüßer)
20000 Arten
Insecta (=Hexapoda) (Insekten)
>1000000 Arten
Trilobita (Dreilapper)
• gehören zu den ältesten
Eurarthropoden: besiedelten Meere
über 350 Mio Jahre hinweg
Blütezeit im Kambrium vor ca. 570500 Mio Jahre, starben vor ca. 250
Mio Jahre aus (Ende Perm)
• mehrere tausend Arten (Fossilien)
• Räuber und Aasfresser auf dem
Meeresboden
• Größe 3-6 cm, bis zu 75 cm
• Dreigliederung Körper: Cephalon
(Kopf), Thorax (Rumpf) und
Pygidium (Schwanz)
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20.12.2012
Trilobita (Dreilapper)
Glabella
Cephalon
Facettenauge
Thorax
Pygidium
Pygidium
Mittlere axiale Aufwölbung und laterale Pleurotergite: gibt vor
allem Thoraxsegmente dreilappiges Aussehen, Name!
Cuticula mit Kalk verstärkt (Panzerung), Häutungen
Trilobita
Formen von
Spaltbeinen
Pleurotergit
Exopodit
Podomer
Protopodit
= Basis
Endopodit
25
20.12.2012
System Arthropoda
Proarthropoda
• Onychophora: Stummelfüßer
• Tardigrada:
Bärtierchen
•
•
•
•
Euarthropoda
„Chelicerata“: spinnenartige Tiere
Crustacea:
Krebstiere
Myriapoda:
Hundert- und Tausendfüßer
Insecta:
Hexapoda, Insekten, Kerbtiere
„Chelicerata“ (Spinnenartige)
• Schwestergruppe
der Trilobiten?
• Ca. 85 000
rezente Arten
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20.12.2012
„Chelicerata“ (Spinnenartige)
• Bau Cheliceraten Körper:
– Prosoma (Vorderkörper) mit 6
Extremitätenpaaren u. vielen
Sinnesorganen, meist von
Carapax bedeckt
– Opisthosoma (Hinterkörper) aus
usprünglich 12 Segmenten, mit
Kreislauf-, Verdaungs-,
Respirations- und
Geschlechtsorganen
Merkmale Chelicerata
(Spinnenartige)
• Cheliceraten besitzen keine Antennen und
Mandibeln
• Vorderste Extremität = Chelicere, ursprünglich
dreigliedrig mit Scheren. Vielfache Umwandlungen
des Grundbauplans
• nachfolgende Extremität als Taster (Pedipalpen
(mit Scheren bei (Pseudo-) Skorpionen)) oder
Laufbein (Xiphosuren) und
• 4 Paar Laufbeine (Summe: 6 Extremitätenpaare)
• Laufbein gegliedert in Coxa, Trochanter, Femur,
Patella, Tibia, Tarsus und Praetarsus
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20.12.2012
Merkmale Chelicerata
Tagmatabildung:
• Reduzierung von segmentalen Organen
Fortpflanzung und Geschlechtorgane:
• getrennt geschlechtlich
• Gonaden paarige Längsschläuche,
Ausmündung ventral am Hinterende des
2. Opisthosoma Segments,
• Samenübertragung durch Penetration
oder indirekt über Spermatophoren und
Pedipalpen
Atemorgane:
• Buchkiemenstapel (bei Limulus)
• Fächertracheen (z.B.: bei Skorpionen)
• Buchlungentasche und Tracheen
(z.B.: Webspinne)
Merkmale Chelicerata
Nervensystem und Sinnesorgane:
• Oberschlundganglion: Protocerebrum, Deutocerebrum
fehlt (Zusammenhang mit dem Verlust der 1. Antenne),
Tritocerebrum,
• Unterschlundganglion aus Ganglien der Laufbeine
verschmolzen (nach vorne verschoben)
• Mittel-(Ocellen) und Seitenaugen (Komplexaugen), die bei
den Arachniden in Einzelaugen zerfallen
• Chemo- und Mechanorezeptoren (z.B.: Trichobothrien bei
Arachnida)
Verdauungssytem:
• Vorderdarm, Mitteldarm mit Divertikeln, die den gesamten
Prosoma und Opisthosomaraum einnehmen können, darin
erfolgt die Nahrungsspaltung, Enddarm
28
20.12.2012
Merkmale Chelicerata
Exkretion:
• 2 Coxaldrüsen = umgewandelte Nephridien, münden an
Basis 1.+3. Beinpaar nach außen
• daneben Nephrocyten (Speicherzellen) und Malpighische
Gefäße
Blutgefäßsystem:
•
offen, dorsales schlauchförmiges Herz mit Ostien
„Chelicerata“
• Xiphosura
(Schwertschwänze)
• Arachnida
(Spinnentiere)
• Pantopoda
(Asselspinnen)
29
20.12.2012
Xiphosura (Schwertschwänze)
• Primitive marine Cheliceraten
• nur 4 Arten als „lebende Fossilien“
überlebt, vom Bau her fast identische
mit den im Tertiär vorkommenden
Vertretern
• leben am Boden von Flachmeeren
• Nahrung: Invertebraten, bevorzugt
Muscheln
• Schalen werden zwischen den Coxen
zerdrückt und die Nahrung mit der
Chelicere in die Mundöffnung
geschoben
Limulus polyphemus
Xiphosura (Schwertschwänze)
• Fortbewegung auf Substrat mit Hilfe der
Beinpaare
• Schwanzstachel dient auf den Rücken
gefallenen Tieren sich umzudrehen
• Zum Schwimmen drehen sich die Tiere
um, also Bauchseite nach oben und
schlagen mit den Blattbeinen
• Zur Paarungszeit kommen sie in den
Uferbereich
• Die Partnerfindung erfolgt optisch mit
Hilfe der gut entwickelten Komplexaugen
• Eier entwickeln sich im Sand
Limulus polyphemus
30
20.12.2012
Xiphosura (Schwertschwänze)
• Prosoma groß und
Ophistosoma mit Telson,
• Mit dorsal convexem
Carapax, Form eines
Pferdefusses, daher der
Name „Horsecrab“
Xiphosura (Schwertschwänze)
• Laterale Komplexaugen und 2
mediane Ocellen
• Vordersten Extremitäten sind die
Cheliceren
• Extr. des 2. Segments Pedipalpen
(Funktion Paarung, Festhalten auf
Weibchen)
• 4 Laufbeinpaare
Opisthosoma
• Buchkiemen (Anpassung Land)
Genitaloperculum
Buchkiemen
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20.12.2012
Arachnida (Spinnentiere)
–
–
–
–
–
Scorpiones (Skorpione)
Uropygi (Geisselskorpione)
Amblypygi (Geisselspinnen)
Araneae (Spinnen)
Pseudoscorpiones
(Afterskorpione)
– Solifugae (Walzenspinnen)
– Opiliones (Weberknechte)
– Acari (Milben)
Arachnida
• 93 000 Arten
• Gehören mit zu den ältesten
Landtieren
• Kiemen werden zunächst durch
Einstülpungen zu Fächertracheen
(Buchlungen), später vielfach
durch Röhrentracheen ersetzt
• mit Cheliceren und Pedipalpen
32
20.12.2012
Arachnida
Prosoma
• Cheliceren (1. Extremitätenpaar)
bilden Scheren, Klauen (bei
Webspinnen mit Giftdrüsen) oder
Stilette
• nächste Extremitäten des Prosomas
bilden Laufbeine (z. B. Solifugae),
mächtige Scheren (z. B. Skorpione),
hakenbesetzte Fangbeine bis zu
Tastern (Aranea)
• Mund von Laden überdacht: von
Palpen gebildet (2. Extremitätenpaar),
dient zur Nahrungsvorverdauung
(extraintestinal) (Flüssignahrung!)
Merkmale Arachnida
Opisthosoma
• 1. Segment ohne Extremitäten
• 2. Segment Genital- oder
Lungendeckel
• 3. Segment bei Skorpionen
gefiederte Kämme (Pecten)
33
20.12.2012
Merkmale Arachnida
Opisthosoma
• 1. Segment ohne Extremitäten
• 2. Segment Genital- oder
Lungendeckel
• 3. Segment bei Skorpionen
gefiederte Kämme (Pecten)
• 4. & 5. Segment Spinnwarzen
• Ist zunächst reich gegliedert (12
Segmente bei Skorpionen),
dann Reduzierung
Arachnida: Ventralansicht
Zunehmende Reduzierung Opisthosoma und Verwachsungen: Verkürzung Körper, kompakterer Bau
Prosoma
Opisthosoma
Spinndrüsen
Cheliceren: schwarz
Pedipalpen: grau
Scorpiones Uropygi Amblypygi
(Skorpione) (Geißel- (Geißelspinnen)
skorpione)
Araneae
(Spinnen)
34
20.12.2012
Arachnida: Ventralansicht
Zunehmende Reduzierung Opisthosoma und Verwachsungen: Verkürzung Körper, kompakterer Bau
Palpigradi
(Palpenläufer)
Ricinulei
Pseudo(Kapuzen- scorpiones
spinnen)
Solifugae Opiliones
Acari
(Walzen- (Weberknechte) (Milben)
spinnen)
Merkmale Arachnida
• Auflösung
Facettenaugen zu
Linsenaugen,
Medianaugen
• Trichobothrien:
Hautsinnesorgane,
Tast- und
Vibrationshaare
• Fortpflanzung:
innere Befruchtung,
oft Brutpflege
35
20.12.2012
Arachnida (Spinnentiere)
–
–
–
–
–
Scorpiones (Skorpione)
Uropygi (Geisselskorpione)
Amblypygi (Geisselspinnen)
Araneae (Spinnen)
Pseudoscorpiones
(Afterskorpione)
– Solifugae (Walzenspinnen)
– Opiliones (Weberknechte)
– Acari (Milben)
Scorpiones (Skorpione)
Ophistosoma:
Meso- und Metasoma
Mesosoma
Prosoma
Metasoma
(Schwanz)
36
20.12.2012
Scorpiones
• älteste Gruppe
terrestrischer Arthropoden
• ca. 1500 Arten
• bis 20 cm Länge
• von Wüsten bis zu
tropischen Regenwäldern
• räuberisch, vorwiegend
nachtaktiv, z. T. grabend
und unterirdisch lebend
• einheitlicher Habitus
• langes, segmentiertes
Opisthosoma, Mesosoma
aus 7 und Metasoma
(Schwanz) aus 5
Segmenten und Giftstachel
Aufbau Skorpion
Pedipalpus
Cheliceren
1. Laufbein
2. Laufbein
Genitaloperculum (2. Seg.
Pecten (3.Seg.)
Fächerlungen
Sternite
Cheliceren mit
kleinen, die
Pedipalpen mit
großen Scheren
Pecten (3. Segm.):
Kammorgane,
Mechanorezeptoren
Vibrationssinn: Beute
kann bis auf 50 cm
Entfernung und Tiefe
entdeckt werden!
Giftstachel
37
20.12.2012
Fortpflanzung Skorpione
Männchen
Fortpflanzung:
indirekte Übertragung
der Spermatophore
Weibchen
Paarungstanz
Männchen legt
Spermatophore ab
und zieht Weibchen
darüber
Samenbehälter mit
Spermien
Öffnungshebel
Stiel
Fuß
Fortpflanzung Skorpione
• meist ovovivipar, Junge
werden auf Rücken der
Mutter für einige Zeit
getragen, dort Ernährung
von besonders dafür
ausgebildeter Substanz
38
20.12.2012
Arachnida (Spinnentiere)
–
–
–
–
–
Scorpiones (Skorpione)
Uropygi (Geisselskorpione)
Amblypygi (Geisselspinnen)
Araneae (Spinnen)
Pseudoscorpiones
(Afterskorpione)
– Solifugae (Walzenspinnen)
– Opiliones (Weberknechte)
– Acari (Milben)
Uropygi (Geißelskorpione)
Flagellum
Pedipalpen
Cheliceren
Taster
39
20.12.2012
Uropygi (Geißelskorpione)
• ca. 180 tropische/subtropische,
terrestrische Arten
• ähneln Skorpionen, doch
besteht Metasoma nur aus 3
Segmenten anstelle von 5
• Metasoma trägt Flagellum:
vielgliedrige Schwanzgeißel,
dient als Fühler
• Pedipalpen: mächtige
Fangwerkzeuge
Uropygi (Geißelskorpione)
• 1. Beinpaar bildet Tastorgan
mit vermehrten
Tarsengliedern. Daher
laufen Uropygi wie Insekten
auf drei Beinpaaren
• räuberisch, Beute wird mit
Pedipalpen gepackt,
zerdrückt und mit den
zweigliedrigen Cheliceren
zerrissen
• Wehrdrüsen mit Essigsäure
(84%) an Basis Flagellum,
kann Angreifer entgegen
gespritzt werden
40
20.12.2012
Fortpflanzung Uropygi
• Fortpflanzung: Paarungsvorspiel, Männchen
dreht sich um und erfaßt Weibchen.
Spermatophore wird abgesetzt und Weibchen
darüber gezogen. Z. T. hilft das Männchen,
die Samenpakete mit den Scheren in die
Geschlechtsöffnung zu bringen und sie dort
auszudrücken.
Arachnida (Spinnentiere)
–
–
–
–
–
Scorpiones (Skorpione)
Uropygi (Geisselskorpione)
Amblypygi (Geisselspinnen)
Araneae (Spinnen)
Pseudoscorpiones
(Afterskorpione)
– Solifugae (Walzenspinnen)
– Opiliones (Weberknechte)
– Acari (Milben)
41
20.12.2012
Amblypygi (Geißelspinnen)
Cheliceren
Pedipalpen
Fühlerbein,
Taster
Amblypygi
• ca. 100 tropische Arten
• flacher Körper, Stiel
(Petiolus) zwischen Pro- und
Opisthosoma
• Pedipalpen als mächtige
Fangapparate umgebildet
mit dornenbesetzten
Greifhaken
• extrem verlängertes, zu
Fühlerbein umgewandeltes
1. Beinpaar mit hoher
Gliederzahl (bis zu 75-77
Tarsenglieder)
• räuberische Lebensweise
42
20.12.2012
Fortpflanzung Amblypygi
Fortpflanzung: z. T. formalisierte
Kämpfe; Weibchen wird bei
Paarung nicht festgehalten,
sondern von Männchen über
Spermatophore gelockt.
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System Arthropoda